11.03. - 07.05.2026
zart im kopf, wie die Künstlerin Andrea Nagl ihre Ausstellung im Rathaus Neusäß nennt, ist mehr als ein Titel: Es ist ein künstlerisches Statement, das gesellschaftliche, politische und künstlerische Überlegungen vereint. Dazu sagt die Künstlerin: Zart im Umgang mit sich selbst, zart mit den Menschen im Umfeld und zart mit der ganzen Welt. Das würde so viel verändern … Die Welt braucht zart.
Bei einem Durchgang durch die Ausstellung zeigt sich die ganze Vielfalt von zart im Kopf anhand von über 100 Arbeiten. Andrea Nagl zeigt in ihrer Werkschau zahlreiche schmale langgezogene StrichIBänder, außerdem Drucke, Wandobjekte, Zeichnungen, in der Nische einen großen Kopf aus vielen kleinen zarts, zahlreiche Bücher in der Vitrine und ein 11 m langes abgehängtes StrichIBand im Eingangsbereich. Als Materialien verwendet sie Fundstücke aus unserem alltäglichen Leben: Plastikfolien in unterschiedlicher Form und Größe; Papier in seiner unendlichen Vielfalt, mal glatt, zerknittert oder gewellt; kleine, spitzenbesetzte Stoffreste oder auch Abfallholz in seiner unendlichen Vielfalt. Es ist ein Reichtum, der uns jeden Tag begegnet und meist nicht als solcher erkannt wird, es sei denn man hat einen Blick oder ein besonderes Gespür für ihn, wie die Künstlerin Andrea Nagl.
Bei der Betrachtung der Arbeiten von Andrea Nagl begegnen wir im Rathaus Neusäß zarts in Hülle und Fülle mit einer klaren Botschaft, die sich in allen Arbeiten in dieser Ausstellung widerspiegelt. Sie kann auf das Werk, die Kunst im Allgemeinen, auf unsere Gesellschaft und das zwischenmenschliche Zusammensein bezogen werden oder auch auf die großen weltpolitischen Themen.
Text: Dr. Sylvia Jäkel