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bbk nord augsburg ev

Christian Hof

Einsicht

Kempten
10.10. – 9.11.25
Galerie Kunstreich, Kempten
Termine & Öffnungszeiten:
öffentliche Vernissage: 10. Oktober, 20 Uhr, Begrüßung 20:15 Uhr:
Öffnungszeiten bis einschließlich So. 9. November: Dienstag 16 – 20 Uhr, Samstag und Sonntag 11 – 17 Uhr:
Der Eintritt ist frei(willig).:
Im Fokus steht dabei eine 100-seitige Kladde aus dem Jahr 1937/38, „bestehend aus handschriftlichen Einträgen, Belegen, Zeitungsausschnitten, Fotos, Druckerzeugnissen, meist thematisch bezogen auf Kempten und das Allgäu“. Das über das Internet erworbene und bislang unveröffentlichte NS-Zeitdokument war bis vor kurzem in einem Schrein aus Plexiglas nichteinsehbar als „Datensicherung“ verschlossen.
„Kempten war gut verdunkelt.“ Diese und viele weitere Erkenntnisse sollen nun als „Dateneinsicht“ in die öffentliche Wahrnehmung rücken und das Leben in Kempten um 1937 erfahrbar machen. Dass das aktuelle Zeitgeschehen manch bedrohliche Parallelen am Horizont aufzeigt, darf gerne zum Nachdenken anregen.
Der Urheber des tagebuchartigen Werks war Pensionist und verkehrte in den besseren Kreisen Kemptens. Er las aufmerksam Zeitung, er war an seiner Heimatstadt interessiert und im Historischen Verein aktiv. Er war regelmäßiger Kirchgänger und befreundet mit dem Stadtpfarrer. Seine den Alltag im Jahr 1937 begleitenden privaten Aufzeichnungen wie auch die eingeklebten Zeitungsausschnitte zeigen ihn aufgeschlossen für die NS-Propaganda samt derer Diffamierungen. Die handschriftlichen Kommentare zeichnen das Bild eines sparsamen Nörglers, der seinen Blick auf die Gesellschaft auch humorvoll formulieren kann. Weitaus drastischer liest sich leider seine Verachtung für die Juden.
Eine inhaltliche Klammer bilden weitere Arbeiten zur Wahrnehmung von Vergangenheit und Zukunft aus dem Blickwinkel des eigenen lebenszeitgeprägten Erfahrungshorizonts.