Mozart - Augsburger Kunstpreis

"...wie die sachen oft querre gehen...", zu Mozart / Augsburger Kunstpreis

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Die ausstellenden Künstler: Erika Berckhemer, Diedorf; Stefan Pauer, Augsburg; Hermann Coning, Grafrath; Helmut Ranftl , Nördlingen; Ernst Eichinger, München; Lilo Ring, Krumbach; Gabriele Fischer, Augsburg; Edgar Schmandt, Mannheim; Max Häring, Giengen; Wolfgang Schenk, Welden; Jutta Hieret-Pioszyk, Weingarten; Christine Schell, Köln; Pit Kinzer, Markt Rettenbach;  Monika Schultes, Augsburg; Friederike Klotz, Stadtbergen; Babette Ueberschär, Ingolstadt; Ehrenfried Kuhn, Schwabach; Künstlergruppe N-E-S-T, Weidohl; Andre Lemmens, Kleve; Mathias Wolf, Uttenhofen; Ada Mee, Heidelberg.


Augsburger Allgemeine vom 3.4.2006

Text: Sybille Schiller

Ein Genie im Spiegel der Bilder Künstlergruppe N-E-S-T gewinnt den Augsburger Kunstpreis im Mozartjahr Von unserer Mitarbeiterin Sybille Schiller "....wie die Sachen oft querre gehen..." heißt das Mozart-Briefzitat. Es ist die Vorgabe für den 2006 ausgelobten Kunstpreis der Stadt Augsburg, zu dem sich Künstler aus ganz Deutschland gute und auch skurrile Gedanken gemacht haben. Aus den über 100 eingereichten Arbeiten wählte die Jury 34 Werke von 21 Künstlern; den mit 1500 Euro dotierten Preis überreichte Bürgermeisterin Eva Leipprand am gestrigen Sonntag der Gruppe N-E-S-T aus Werdohl. Ob das Genie Wolfgang Amadé Mozart das Symbol "Goldener Käfig", das N-E-S-T als Wettbewerbs-Beitrag gefertigt hatte, wohl richtig verstanden hätte, lässt sich im zeitlichen Abstand von 250 Jahren nicht mehr in Erfahrung bringen. Die verwandtschaftlich verbandelte Künstlergruppe mit Esther Riecke-Volkmann sowie Natalie, Stephan und Thomas Volkmann jedenfalls erhielt von ihren Mitbewerbern großen Beifall für diese doppeldeutige Installation. N-E-S-T gelingt es, mit dem sprichwörtlich "goldenen Käfig" Fragen aufzuwerfen wie diese, ob Mozart sich nicht wie ein gefangener Vogel gefühlt habe, und verweist zugleich auf die " Zauberflöte", in welcher der Vogelhändler Papageno Lebensfreude pur verkörpert. Wie ein gefangener Vogel Wie "die Sachen oft querre gehen" betonte auf musikalische Weise der Saxophonist Stephan Holstein durch seine jazzige Untermalung des von Norbert Kiening verlesenen Mozartbriefes samt besagtem Zitat. Zu diesem merkte Annemarie Helmer-Heichele, Vorsitzende des Berufsverbands Bildender Künstler, an: "Wir verzichten bewusst darauf, Mozart noch einmal zu erklären, noch einmal von verschiedenen Seiten zu beleuchten bei uns sollen die Werke der bildenden Kunst wirken..." Diesem Anspruch werden mit hochwertigen Arbeiten auch die regionalen Künstler gerecht: Erika Berckhemer irritiert mit ihren Mozart-Spiegel-Kabinetten. Gabriele Fischer umschreibt mit ihren Mischtechniken das Verhältnis von "Ich" und "Ihr". Friederike Klotz stimmt mit einer witzigen Collage ein "Allegro furioso" an. Der Augsburger Stephan Pauer drückt seine Gedanken in einer schrägen Assemblage aus, und Monika Schultes fühlte sich in Mozarts "Figaro" ein, verbildlichte in einer zweiten Arbeit das Motto des Kunstwettbewerbs "... wie die Sachen oft querre gehen...". Die Ausstellung mit den Wettbewerbs-Arbeiten ist bis 30. April täglich von 14 bis 18 Uhr (außer Montag und Mittwoch) in der bbk-galerie im abraxas, Sommerstraße 30, zu sehen.


 

 

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