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Debütanten-Ausstellung zuhause Monika Klaus

13. März bis 10. April 2005
BBK Galerie im Kulturforum abraxas
Sommestrasse 30
86156 Augsburg

Ausstellung anlässlich des
Debütantenpreis 2004 des Bayerischen Staatsministeriums
für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

Ausstellungseröffnung ist am
Sonntag, den 13. März 2005 um 11 Uhr
in der BBK Galerie Kulturforum abraxas

Öffnungszeiten: Die, Do, Fr, Sa, So 14 - 18 Uhr

Zuhause ist bei Monika Klaus ein unruhiges Pflaster. Nichts zu sehen von Ordnung, Stabilität
und Überschaubarkeit, wie der Begriff nahe legen könnte. Obwohl alle Objekte wankend und in Bewegung sind, wirken ihre Arbeiten eher wie waghalsige Choreographien denn wie Szenarien
der Auflösung. Eher wie erregte Unterhaltungen denn wie zerstörerischer Untergang. Zuhause
platzt nicht auseinander, es ist nur ganz offensichtlich eine schwer bezähmbare Wildnis.
Als Photographin und Graphikerin weiß Klaus, wie mit wenigen gegenständlichen Angaben Inhalte
zu vermitteln und Geschichten zu erzählen
sind. Ihre Malerei aber verweigert sich den Geschichten. Sie umkreist Zustände. Von der Landschaft ausgehend, hat die Malerin sich bald dem Innenraum zugewendet. Begrenzung und zeichnerische Ordnung sind ihr der Stachel nicht, den Rahmen zu sprengen, wohl aber, ihn bis an die Grenzen
auszuloten und zu durchmessen.
Der Titel ihrer Collagen entropie deutet ebenfalls auf ein als begrenzt verstandenes System hin. Entropie besagt, dass ein abgeschlossenes Gefüge prinzipiell nach größtmöglicher Durchmischung seiner Bestandteile strebt, während die Energiemenge dabei jeweils unverändert bleibt. Vielleicht
verhält es sich mit der inneren Kraft einer Person ähnlich, vielleicht bleibt deren Menge im Grunde gleich und richtet sich nur je nach Lebenssituation unterschiedlich aus. Manchmal geht alle Energie in den Versuch, entfliehende Kräfte zusammenzubinden und in eine Ordnung zu zwingen und dann wieder strebt alles nach größtmöglichem Durcheinander, um herauszufinden, wieviel und welche Struktur überhaupt notwendig ist.
Spielerisch und wild kommen die Collagen aus Zeitungsfetzen, Acryl, Kreide und Tusche daher. Papierschnipsel, Figurenszenen, Überklebtes und Übermaltes verweben sich zu räumlichen und graphischen Kraftfeldern.
Während auf den Collagen unbearbeitete Partien stehen bleiben und die Ahnung auf ein Dahinter eröffnen, ist die Energie in museum (jeweils Öl auf Leinwand, 80 x 80 cm) untrennbar in die Farbe verwoben Von ihrem graphischen Interesse und der einfachen Inszenierung des Raumes ausgehend,
funktioniert sie vorgefundene Interieurs zu intimen Aktionsräumen um. Im Malen wühlt sie sich durch die Vorlagen, knetet sie lustvoll mit der Ölfarbe durch und gelangt so zu intensiven und inwendig erlebten Räumen.
Distanzierte Ordnung kann bei dieser lebensvollen Durchdringung und Anverwandlung des Vorgefundenen nicht herauskommen. Das Innenleben der Räume tritt zutage. Ein Stück Leben wird anschaulich.